Handschuhe Arbeitsschutz kaufen: Der große Ratgeber für Handwerk und Industrie

Handschuhe Arbeitsschutz kaufen: Der große Ratgeber für Handwerk und Industrie

Wer Arbeitshandschuhe kaufen möchte, steht schnell vor einer großen Auswahl an Normen, Materialien und Schutzklassen. Dieser Ratgeber zeigt, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt – damit Ihre Hände optimal geschützt sind und Sie weder zu viel noch zu wenig Schutzausrüstung anschaffen.

Warum die richtige Handschuhwahl wichtig ist

Die Hände sind bei handwerklichen und industriellen Tätigkeiten am häufigsten von Verletzungen betroffen. Schnitte, Abschürfungen, Verbrennungen oder Kontakt mit Chemikalien gehören zu den typischen Risiken auf Baustellen, in Werkstätten und Lagerhallen. Passende Arbeitsschutzhandschuhe reduzieren dieses Risiko erheblich – vorausgesetzt, sie sind für den jeweiligen Einsatzbereich geeignet.

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, ein Handschuhmodell könne für alle Aufgaben gleichermaßen genutzt werden. In der Praxis unterscheiden sich die Anforderungen je nach Tätigkeit jedoch stark: Ein Handschuh für Montagearbeiten muss andere Eigenschaften mitbringen als einer für den Umgang mit scharfkantigen Materialien oder für Arbeiten bei niedrigen Temperaturen.

Die wichtigste Norm: EN 388

Die europäische Norm EN 388 regelt den Schutz vor mechanischen Risiken und ist die am häufigsten verwendete Kennzeichnung bei Arbeitshandschuhen. Sie bewertet vier bis sechs Eigenschaften anhand eines Zahlencodes:

  • Abriebfestigkeit (Stufe 1–4)
  • Schnittfestigkeit (Stufe 1–5, nach altem Verfahren) bzw. Stufe A–F (nach neuem ISO-13997-Verfahren)
  • Weiterreißfestigkeit (Stufe 1–4)
  • Durchstichfestigkeit (Stufe 1–4)

Je höher die Zahl bzw. der Buchstabe, desto widerstandsfähiger ist der Handschuh in der jeweiligen Kategorie. Für Montage- und Installationsarbeiten reicht in der Regel eine mittlere Schutzklasse aus, während bei Arbeiten mit scharfkantigem Material (z. B. Blech, Glas) eine hohe Schnittfestigkeit entscheidend ist.

Handschuhtypen nach Einsatzbereich

Montagehandschuhe Für Montage-, Installations- und allgemeine Handwerksarbeiten eignen sich Handschuhe mit gutem Grip und hoher Fingerfertigkeit. Materialien wie beschichtetes Nylon oder Nitril bieten hier den besten Kompromiss zwischen Schutz und Tastgefühl.

Schnittschutzhandschuhe Beim Umgang mit scharfen Kanten, Metallblechen oder Glas ist eine hohe Schnittfestigkeit unverzichtbar. Diese Handschuhe bestehen häufig aus speziellen Fasergeweben, die auch bei dünner Materialstärke einen hohen Schutz bieten.

Kälteschutzhandschuhe Für Außenarbeiten im Winter oder in Kühlräumen sind isolierte Handschuhe notwendig, die trotz Wärmeschutz genügend Bewegungsfreiheit lassen. Eine zu dicke Isolierung kann die Fingerfertigkeit stark einschränken – hier lohnt sich ein Blick auf spezialisierte Modelle.

Chemikalienbeständige Handschuhe Beim Kontakt mit Reinigungsmitteln, Ölen oder anderen Chemikalien schützen Nitril- oder Latex-Handschuhe mit entsprechender Zertifizierung nach EN 374.

Material im Überblick

Material Eigenschaften Typischer Einsatz
Nitril Öl- und fettbeständig, guter Grip Montage, Automobilbereich
Leder (z. B. Ziegenleder) Robust, langlebig, guter Halt Bauwesen, Maschinenbau
Nylon/Polyester mit Beschichtung Leicht, atmungsaktiv, flexibel Präzisionsarbeiten
Latex Elastisch, chemikalienbeständig Reinigung, Nassarbeiten

Die richtige Größe finden

Eine falsche Handschuhgröße beeinträchtigt sowohl Sicherheit als auch Arbeitskomfort. Zu große Handschuhe können sich in Maschinen verfangen, zu kleine schränken die Bewegungsfreiheit ein und ermüden die Hand schneller. Zur Bestimmung der richtigen Größe wird der Handumfang an der breitesten Stelle (ohne Daumen) gemessen und mit der Herstellertabelle abgeglichen. Die gängigen Größen reichen üblicherweise von 7 (S) bis 11 (XXL).

Arbeitshandschuhe im Großhandel: Lohnt sich das?

Für Handwerksbetriebe und Unternehmen mit mehreren Mitarbeitern ist der Kauf im Großhandel meist deutlich günstiger als Einzelbestellungen. Mengenrabatte ab bestimmten Packungsgrößen (z. B. ab 10 oder 20 Kartons) senken die Kosten pro Paar spürbar – gleichzeitig ist sichergestellt, dass immer ausreichend Ersatz vorhanden ist, wenn Handschuhe verschleißen oder beschädigt werden.

Fazit

Die Wahl der passenden Arbeitsschutzhandschuhe hängt in erster Linie vom Einsatzbereich ab. Wer die relevanten Normen kennt und die Anforderungen der eigenen Tätigkeit realistisch einschätzt, trifft eine fundierte Entscheidung – und schützt damit nicht nur die eigene Gesundheit, sondern spart langfristig auch Kosten durch weniger Ausfallzeiten und höhere Standzeiten der Ausrüstung.

Sie sind sich unsicher, welches Modell für Ihren Einsatzbereich am besten geeignet ist? Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne persönlich und erstellen auf Wunsch ein individuelles Angebot für Ihr Unternehmen.

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